Wichtige Information

 

Liebe Freunde der Seligenstädter Klosterkonzerte, Damen und Herren,

nach eingehender Beratung im Vorstand und im Arbeitskreis der Klosterkonzerte haben wir uns schweren Herzens entschließen müssen, die Konzerte dieses Jahres bis zunächst 31. August abzusagen.

Dafür sind mehrere Umstände maßgebend. Abgesehen von der im Augenblick dieser Niederschrift bestehenden Unklarheit, welche Besucherzahl für eine Sperre maßgebend ist, wird in allen Verlautbarungen auf das Erfordernis der Einhaltung von Abständen hingewiesen.

Das ist aber nicht zu verwirklichen.

Abgesehen von den jeweiligen Auflagen, die für die jeweiligen Spielstätten zu beachten sind, würde bei einer durch die Abstände verringerten Besucherzahl die Kalkulation der Veranstaltungen hinfällig. Die Erlöse durch den Kartenverkauf sind unverzichtbar zur Deckung der entstehenden Kosten, wobei außer den Honoraren der Künstler keine Personalkosten entstehen, weil die anfallenden Tätigkeiten ehrenamtlich vorgenommen werden. Spenden und Sponsoringbeträge dienen im Wesentlichen zur Deckung der Sachkosten wie u.a. Abgaben, Bühnentechnik und Mieten.

Ein weiterer Umstand ist die Tatsache, dass ein beträchtlicher Teil unseres Publikums der Altersgruppe angehört, an die allenthalben der Appell ergeht, sich besondere Ausgangsbeschränkungen aufzuerlegen. Ihre verständliche Vorsicht spiegelt sich auch in der Zahl der Bestellungen.

Die Absagen wurden uns besonders erschwert beim Blick auf die Situation der Künstler. Viele kennen wir seit Jahren, sind ihnen oft beim Zusammensein nach dem Konzert freundschaftlich nähergekommen und haben Einblick in ihr Leben gewonnen und daran Anteil genommen. Dabei wurde stets deutlich, wieviel Leidenschaft für Beruf und Berufung und auch Verzicht dazugehört. Die aktuelle Krise trifft die Meisten besonders hart.

Wir sind bestrebt, die ausgefallenen Konzerte dieses Jahres in die Planung für 2021 zu übernehmen, in der Hoffnung das Angebot qualitätvoller Musik als unmittelbares „analoges“ Erlebnis aufrechterhalten zu können. Dieter Ludwig, der frühere Pfarrer der Basilikapfarrei, pflegte angelegentlich dem Publikum eine „Erhebung der Herzen“ zu wünschen. Das bedeutet, dass ein gelungenes Konzert ein Gemeinschaftserlebnis von Künstlern und Besuchern ist, bei dem der „Funke überspringt“. Und dazu gehört nun einmal eine räumliche Nähe, auch wortlose Kommunikation mit den Nachbarn.

Die dafür bis dahin erhoffte Überwindung der Krise und die erforderliche Gesundheit wünschen wir Ihnen, den uns verbundenen und allen Künstlern und auch uns!

Ihr Arbeitskreis Klosterkonzerte im Kulturring Seligenstadt

Franz Preuschoff Herbert Tobben Dr. Axel-Johannes Korb

"Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert."
Richard von Weizsäcker

 
Wir feiern

50 Jahre

Liebe Besucher der Klosterkonzerte,

2020 ist für uns ein Jahr mit zwei bedeutsamen musikalischen Jubiläen. Das eine betrifft die große Musikwelt, nämlich den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens.

Wir haben das vorliegende Programm nicht zwanghaft unter dieses Datum gestellt, ist doch das Werk dieses Großen der Musikgeschichte ohnehin unverzichtbarer Bestandteil eines Jahresprogramms. An einem Abend im Oktober wird der Jubilar jedoch herausgehoben zu erleben sein. Gerold Huber, der vielfach preisgekrönte Pianist, wird das vielfach als Beethovens reifstes Klavierkonzert bezeichnete Nr. 4 op.58 spielen, zusammen mit dem Consortium Musicale Würzburg, das mit der 1. Sinfonie C-Dur op.21 den Abend runden wird.

Das zweite Jubiläum betrifft unsere überschaubare, heimatliche Welt. Am 20. Juni 1970 fand das erste Seligenstädter Klosterkonzert des Kulturringes – damals noch ‚Kulturvereinigung‘ – im Sommerrefektorium statt. Das Collegium Musicum Seligenstadt spielte unter Leitung von Dietrich Berndt in der Besetzung Lore Kannowade und Hartmut Kroll (Flöte), Gerhard Miesen und Joachim Etzel (Violine), Rudolf und Olaf Deller (Viola) Werke von Telemann, Mozart, Genzmer und Mozart).

Durch das darauf folgende halbe Jahrhundert zieht sich eine lange Reihe von berühmten Musikinterpreten der unterschiedlichsten Fachrichtungen, die bei Gelegenheit zusammenfassend darzustellen wäre.

Daran mit dem vielfältigen aktuellen Programm anzuknüpfen ist für den Arbeitskreis der Klosterkonzerte eine gerne übernommene Herausforderung. Besonderer Dank gilt unseren Förderern und Sponsoren.

Seien Sie, Ihre Freunde und Bekannten bei den Konzerten herzlich willkommen!


Für den Arbeitskreis Klosterkonzerte im Kulturring Seligenstadt:
Franz Preuschoff • Herbert Tobben • Dr. Axel-Johannes Korb
Boris Rhein

Grußwort des Schirmherrn

Verehrte Musikfreunde,

gerne begleite ich seit über einem halben Jahrzehnt die Seligenstädter Klosterkonzerte als Schirmherr. Dabei blicke ich nicht nur auf eine glanzvolle Saison 2019 zurück mit zahlreichen musikalischen Höhepunkten, aus denen wiederum das Gastspiel der großen Klarinettistin Sabine Meyer hervorsticht, sondern gratuliere auch zu fünfzig Jahren beharrlicher Kulturvermittlung.

Die Seligenstädter Klosterkonzerte sind damit die älteste, ständige Konzertreihe im östlichen Teil der Region Rhein-Main an der hessisch-bayerischen Landesgrenze, mit Ausstrahlung über sie hinaus. Das Motto „Ein ganzes Jahr Musik“ spiegelt sich in einer Vielfalt des Angebotes: Kammer- und Orchesterkonzerte wechseln sich ab mit Oratorien, Orgelrezitals und Chordarbietungen.

Große Namen verbinden sich mit der Geschichte der Klosterkonzerte, sei es, dass ihre Trägerinnen und Träger als junge, hoffnungsvolle Talente zu Gast waren, seien es aber auch solche auf der Höhe Ihrer Schaffenskraft. Da ist besonders dem prominenten Geiger Saschko Gawriloff zu danken, der sieben Mal in Seligenstadt zu Gast war - zum Teil mit nicht weniger berühmten Partnern – und damit wesentlich zur Reputation der Reihe beigetragen hat.

Auch für das Jubiläumsjahr liegt wieder ein eindrucksvolles Programm vor. Das Henschel Quartett, über zwei Jahrzehnte der künstlerische Gastgeber des weithin ausstrahlenden Kleinen Streicherfestivals, bringt ein renommiertes dänisches Ensemble mit an den Main, die vier Damen des Nightingale Quartetts. Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau, treuer Gast seit vielen Jahren, wartet mit zwei musikalischen Senkrechtstartern auf, mit der Violinistin Sarah Christian und dem Cellisten Maximilian Hornung.

Besonders zu erwähnen im Beethovenjahr ist das Gastspiel des bekannten Pianisten Gerold Huber, der mit dem Consortium Musicale Würzburg das 4. Klavierkonzert Beethovens spielen wird. Darüber hinaus bietet das Programm weitere, beachtliche Angebote, deren Besuch ich ebenfalls herzlich empfehle.

Ihnen, liebe Besucher, wünsche ich erhebenden Kunstgenuss und den Veranstaltern vollen Erfolg.

Ihr
Boris Rhein
Präsident des Hessischen Landtags