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Öfter mal etwas Neues wagen
(Quelle: Offenbach-Post)

Mittwoch, 21. Mai 2014

ANWR-Konzern in Zellhausen erstmals Gastgeber eines Klosterkonzerts  /  Aris-Quartett begeistert
 
MAINHAUSEN ■ Es schwingt immer Besorgnis mit, wenn etwas Neues versucht wird. So auch beim ersten Gastspiel der Seligenstädter Klosterkonzerte in Mainhausen am vergangenen Wochenende. Der dortige Gewerbeverein und der Kulturring Seligenstadt hatten gemeinsam mit dem Unternehmen ANWR im Messe-Campus am Ostring im Ortsteil Zellhausen zum Konzert geladen. Aus der Reihe  "Junges Podium" gastierte das mehrfach preisgekrönte Aris-Quartett.
   Das Publikum hat das Wagnis belohnt. Der aus messetypischen Stellwänden gezauberte Kammermusiksaal war voll besetzt, der bewusst gewählte Kontrast zum historischen Seligenstädter Ambiente kam gut an: "Warum nicht einmal auch etwas Anderes?" war eine häufig geäußerte Aussage.
   Für die Geschäftsleitung des gastgebenden Hauses hatte Michael Decker das Auditorium begrüßt und eine gestraffte Einführung in das Wirken der ANWR-Gruppe vorgetragen, einer international operierenden Handelskooperation in den Geschäftsfeldern Schuhe, Sportartikel, Lederwaren. Er bedankte sich beim Kulturring Seligenstadt und dem Gewerbeverein Mainhausen, ein Kunsterlebnis in das eher nüchterne Geschäftsumfeld gebracht zu haben, und schloss mit dem Wunsch, dass es nicht bei dieser einen Veranstaltung bleibe.
    Nicht zu vergessen die jungen Künstler, die schließlich im Mittelpunkt des Abends standen und Michael Decker bereits beim Rheingau Musik Festival beeindruckt hatten. Erstaunlich ist immer wieder zu erfahren, welche Leistungsdichte und Höhe die von den deutschen Musikhochschulen ausgebildeten Absolventen Jahr für Jahr aufweisen. Die vom Aris-Quartett errungenen Preise bei renommierten Wettbewerben und Verpflichtungen zu bekannten Festivals – in diesem Sommer noch zum Mozartfest in Würzburg – wurden auch durch den Auftritt der an der Frankfurter Musikhochschule studierenden Künstler bei den Klosterkonzerten bestätigt.
   Warum das Streichquartett von der Wiener Klassik bis in die heutige Zeit als die bedeutendste Gattung der Kammermusik gilt, konnte das Publikum in Zellhausen beim Spiel von Anna Katharina Wildermuth (Violine), Noémi Zipperling (Violine), Caspar Vinzens (Viola) und Lukas Sieber (Violoncello) fast in Tuchfühlung eindrucksvoll nachvollziehen.
   Schon die Darbietung des Streichquartetts B-Dur KV 589 von Wolfgang Amadeus Mozart war mit lebhaftem Beifall bedacht worden.
    Der zweite Programmpunkt war einem zeitgenössischen Werk gewidmet, für klassikgeschulte Ohren gewöhnungsbedürftig, das Officium breve op. 28 des 1926 geborenen ungarischen Komponisten György Kurtág. Dabei wurde offenkundig, dass eine vorherige mündliche Werkeinführung zweckmäßig gewesen wäre. Die virtuose Leistung der Interpreten wurde gleichwohl mit großem Beifall bedacht.
   Voll ausspielen konnte sich das Ensemble nach der Pause bei dem 30-minütigen Streichquartett Nr.4 e-Moll op.44/2 von Felix Mendelssohn Bartholdy, ein schon zur Zeit seiner Entstehung vom Publikum hoch geschätztes Werk. In diesen Tagen nicht minder. Mit anhaltendem Applaus erreichte das Auditorium als Zugabe die Wiederholung des zweiten Satzes, des Scherzo.

 

 

 

 

 

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