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Herausragende Solisten
Von Reinhold Gries (Quelle: Offenbach-Post)

Dienstag, 24. September 2013

Herausragende Solisten
Dresdner Kammerorchester in der Basilika

Welch ein Finale des "Kultursommers Südhessen" in Seligenstadts prall gefüllter Einhardbasilika. Dort reihte das Dresdner Kammerorchester unter Konzertmeister Thomas Meining mit herausragenden Solisten wie Anna Palimina (Sopran), Peter Lohse (Barocktrompete) und dem jungen Wundergeiger Jacob Meining eine Glanznummer an die andere.
  Inmitten dieses Weltklasse-Ensembles hatte auch "Gastmusiker" Thomas Gabriel am Cembalo und Orgelpositiv seine Freude. In filigranen Soli und Wechseln von Georg Friedrich Händels Orgelkonzert "Der Kuckuck und die Nachtigall" steigerte er sich zu Vogelstimmen-Spielfiguren der Extraklasse. Im Festival der hohen Töne stieg die Palimina bei Johann Sebastian Bachs hoch gesetzter Leipziger Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen (1730) spielend bis zum dreigestrichenen C empor und lieferte sich in weitgespannten Koloraturen mit Kammervirtuose Lohse und Meining sr. hinreißende Duette.

 

   Auch die motivischen Tutti-Einwürfe des Ensembles machten klar, warum das Mutterorchester, die seit 1548 brillierende Sächsische Staatskapelle Dresden, alljährlich zu den zehn besten Orchestern der Welt gewählt wird. Musiker wie die Streicher um Meining und seine Frau, die Solo-Oboisten Bernd Schober und Albrecht Krauß und das Continuo um Martin Jungnickel (Cello) scheinen die Komponisten Händel und Bach mit der Muttermilch aufgenommen zu haben.. Das hörte man auch bei den Tuttiblöcken und Soloepisoden des Trompeten-Oboen-Konzerts vom Zerbster Hofkomponist Johann Friedrich Fasch. Da wurde Vivaldis Konzertform mit frühklassischer Festlichkeit des Fürstenhauses, aus dem Zarin Katharina die Große stammte, prachtvoll vereint. Ob majestätisch eröffnend, kantable Melodiebögen schlagend oder schwerelos trillernd – Lohses verinnerlichte Trompetensoli überstrahlten freilich alles.

 

   Bei Wolffgang Amadeus Mozarts Geniestreichen leuchteten andere Sterne. Im Violinkonzert G-Dur (1775), schon in jungen Jahren typenhafte  Konventionen durch ungewohnt individuelle Ideen sprengend, sorgten die Soli des 17-jährigen Jacob Meining für ungläubiges Staunen. Mit energischer Dynamik wie feinstem, natürlichem Strich nach vorne drängend. Scherzando Motive mit chromatischen Vorhalten und virtuosem Doppelgriff-Passagenwerk vereinend, spiegelte Meining jr. Mozarts unbändigen musikantischen Geist geradezu exemplarisch.

Dann Paliminas erhebende Engelsstimme in Mozarts Solo-Motette "Exsultate, jubilate" (1773) und der durch stürmischen Beifall herausgeforderten Zugabe, der Cherubim-Arie aus Mozarts "Hochzeit des Figar0". In grandios balancierter Symbiose mit der Solistin umrahmten die Dresdener das empfindsame Andante mit lebhaften Streicher-, Hörner- und Oboenklängen, während Paliminas Kantilenen und Koloraturen bis zum Jubel-Alleluja für Gänsehaut pur sorgten.

 

 

 

 

 

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