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22.08.2018

Herzerfrischender Auftritt
Das Stuttgarter Quintett „Urban Brass“ begeistert im Klostergarten mit virtuosem Spiel

SELIGENSTADT ▪ Die Blechbläserserenade der Seligenstädter Klosterkonzerte ist seit Jahren im August ein Renner. Ideal waren wieder die Bedingungen. Eine laue Sommernacht und das traumhafte Ambiente des Konventgartens der ehemaligen Abtei hatten viele Besucher aus der ganzen Region angelockt.

Mit „Urban Brass“ stellte sich im Konventgarten des ehemaligen Seligenstädter Klosters ein junges Ensemble vor, das nach dem Studium an der Musikhochschule Stuttgart und dem Gewinn des für sein Fachgebiet richtungweisenden Jan Kötsier-Preises in eine vielversprechende Karriere gestartet ist. Um die Hornistin Miriam Zimmermann – als Dame in einer solchen Formation keine Selbstverständlichkeit – der französische Trompeter Antony Quennouille und sein Fachkollege Daniel Albrecht, Julian Huß an der Posaune und Frederik Bauerfeld, Tuba, der dazu für die für ein Bläserquintett unerlässlichen Arrangements verantwortlich zeichnet.

 

Das Programm war das Gegenteil einer Reihung von Ohrwürmern. Mit dem Concerto D-Dur von Johann Sebastian Bach nach Antonio Vivaldi in einem meisterhaften Arrangement von Frederik Bauersfeld begann der Abend eindrucksvoll. Dabei bestätigten die fünf Interpreten den alten Lehrsatz, dass die leisen Töne das Schwierigste sind. Im virtuosen Spiel konnte man vergessen, dass es Blechbläser sind, die da agierten - alles ohne elektronische Verstärkung. Die großartige Akustik der Spielstätte belohnte sogar einzelne Besucher, die entfernt im Konventgarten auf Bänken Platz genommen hatten, die Silhouette der beleuchteten Basilika genießend.

 

Mit nur Eingeweihten vertrauten Komponisten wie Paul Peuerl (1570-1624) „Canzon“, Antony Holborne (1545-1620) „Three Dances“ und Axel Jørgensen (1881-1947) „Quintett“, verdeutlichten die jungen Künstler ihren Anspruch, ausgetretene Pfade zu meiden. Die einsetzende Dämmerung des Sommerabends bescherte den Besuchern in der Pause die Möglichkeit, lustwandelnd den zauberhaften Klostergarten zu genießen, wahlweise mit einem Glas Wein aus der ehemals Seligenstädter Klosterdomäne am Spessarthang.

 

Danach forderte die „Mini Ouverture“ von Witold Lutoslawski (1913-1994) ungewohnten Ohren einiges ab. Das erfahrene Seligenstädter Publikum folgte bereitwillig, wie auch bei „A Brass Menagerie“ des Zeitgenossen John Cheetham, geboren 1939. Voll auf seine Kosten kam das Auditorium bei modernen Ohrwürmern wie dem „Divertimento“ von Leonard Bernstein und den „Four Hits for Five“ von George Gershwin.

 

Zum Abschluss dann eine Liebeserklärung: „I love you even more again“ von Dave Siebels, geboren 1954, der Primarius Daniel Albrecht eine verbale folgen ließ. Er stellte nach Bläserart seine Mitstreiter vor, bedankte sich für die Gelegenheit des Auftritts vor großer Kulisse im wundervollen Ambiente und lobte die nach seinen Worten nicht selbstverständliche präzise Organisation. Nicht fehlen durfte der Wunsch, gelegentlich erneut eingeladen zu werden. Das Publikum applaudierte anhaltend einem herzerfrischenden Auftritt eines vielversprechenden jungen Ensembles.

 

 

 

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