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OFFENBACH-POST – KULTUR
Von Reinhold Gries

Montag, 22. Juli 2013

Klingendes Geschenk für die Region
Sommerliches Seligenstädter Klosterkonzert mit dem
Bayerischen Kammerorchester und Weltklasse-Hornisten

SELIGENSTADT ■  Der jährliche Seligenstädter Auftritt des Bayerischen Kammerorchesters ist ein Geschenk für die Region, so auch beim Sommerabendkonzert im Klosterkreuzgang mit den Weltklasse-Hornisten Premysl Vojta von der Staatskapelle Berlin und Ondrej Vrabec von der Tschechischen Philharmonie. Wie Dirigent Johannes Moesus sein Programm auf die Lokalität abstimmte, ließ die Musiker ebenso strahlen wie das Publikum.

    Im ersten Teil geriet die musikalische Landpartie zum Waldhorn-Festival, vor allem in Antonio Rosettis "Konzert für zwei Hörner und Orchester" in F-Dur, bei dem neben den Solo- auch Orchesterhornisten zum Zug kamen. Eine Steilvorlage für die böhmischen Virtuosen, die es kühnen Läufen und atemberaubenden Verzierungen nicht an Empfindsamkeit fehlen ließen. Wie Solokadenzen in feinste Dialoge mit Streichern und Bläsern eingebettet war, verströmte geradezu betörende Melodik.

    Traumhaft schön auch Franz Anton Hoffmeisters Sinfonie D-Dur "La Chasse" mit reichen Jagdhornmotiven zwischen heiterem Allegro, verträumtem Adagio und beschwingtem Menuett. Die Bad Brückenauer zeigten, dass dessen Werk mit Joseph Haydns Sinfonie G-Dur "Le Soir" mithalten kann. Wie das Orchester Haydns Hauptthema und Nebenmotive von Instrument zu Instrument schwirren ließ, war umwerfend charmant. Als dann neben Oboen und Fagott der Kontrabassist witzige Einlagen auskostete und Soloviolinen ihr Abendlied anstimmten, schien die Idylle perfekt. Im Presto fehlte "La Tempesta" der von Flötenblitzen vorbereitete Gewittersturm der Instrumente nicht, um zu friedvollem Finale zu gelangen.

    Verblüffend zog das Ensemble seinen Sommernachtstraum bis zu Othmar Schoecks Pastoralem Intermezzo für Streichorchester von 1945. Dass der Schweizer Komponist als der "letzte Romantiker" gilt, hörte man in anachronistisch schöner, expressiver Harmonik, die ihm auf der Flucht vor dem Grauen des Zweiten Weltkriegs in der Bergwelt einfiel, angeregt durch Gottfried Kellers Gedicht "Sommernacht".

 

 

 

 

 

 

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