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Rotation an Pulten
(Quelle: Offenbach-Post)

Dienstag, 7. Juli 2015

Rotation an Pulten
Finale des Streicherfestivals in Seligenstadt
Von Eva Schumann

SELIGENSTADT ■ Beim Finale des Seligenstädter Kleinen Streicherfestivals tritt das Henschel Quartett traditionsgemäß mit dem Gast-Ensemble auf. Dies war das 2007 gegründete Delian::Quartett. Doch beide erschienen nicht in gewohnter Besetzung. Bei den Henschels sprang Geigerin Mari Kawabata für Daniel Bell ein. Aida-Carmen Soanea, die Bratscherin des Delian::Quartetts, ließ sich durch Joël Watermann vertreten.
   Auch dass dieser Abend ausschließlich mit Oktetten bestritten wurde, war ungewohnt. Mendelssohns geniales Jugendwerk und Schostakowitschs Streichoktett-Sätze 0o.11 sind zwei ausgesprochene Favoriten des Henschel-Repertoires und Renner des Festivals. Auch das weniger bekannte Streichoktett von Reinhold Glière stand schon auf dem Programm. Dennoch war staunenswert, dass das Zusammenspiel ganz vortrefflich glückte. Das zeigte sich schon zu Beginn bei Glières Oktett – beileibe kein Einspielstück. Die klare und kraftvolle Führung des Delian-Primarius Adrian Pinzaru half über alle Klippen. Mit sprühendem Temperament nahm Cellistin Miriam Prandi besonders für sich ein.
   Auch bei Schostakowitschs Zwei Stücken für Streichoktett überließ das Henschel Quartett Pinzaru die Führung und den Delian-Kollegen die ersten Pulte. Dennoch konnte Mari Kawabata sich ausdrucksvoll profilieren. Die Verständigung zwischen den Stimmpaaren funktionierte fabelhaft, besonders erfrischend bei dem Duo Prandi-Beyer-Karlshøj.
   Ein Höhepunkt schien kaum mehr möglich, und doch musste man ihn der Darbietung des Mendelssohn-Oktetts zugestehen. Gastgeber und Gäste hatten die Plätze getauscht. Alle spielten das Werk mit einer Hingabe, als wäre es das erste Mal.

 

 

 

 

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