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Zum Tode von Marie-Claire Alain
Von Franz Preuschoff

Sonntag, 3. März 2013

Zu Lebzeiten schon eine Orgel-Legende

Marie-Claire AlainSie war eine der ganz Großen der Zunft der Organisten, Marie-Claire Alain, geboren 1926 nahe Paris in Saint-Germain-en-Laye, gestorben am 26. Februar 2013 in Paris. Sie wurde schon zu Lebzeiten als "Orgel-Legende" tituliert, als "Grande Dame" und als Königin der Orgel. In ihrem Leben hat sie in aller Welt rund zweitausend Konzerte gegeben und annähernd dreihundert Schallplatten eingespielt. Schon ihr Studium am renommierten Pariser Conservatoire National Supérieur hatte Marie-Claire Alain mit vier Ersten Preisen abgeschlossen. Von der Vielzahl später folgender sei beispielhaft  der Buxtehude-Preis der Stadt Lübeck genannt.

 

Einhellig hat die Kritik "ihr klares Spiel, die Reinheit ihren Stils, ihre hochmusikalische, liebevolle Interpretation und ihre meisterhafte Registrierung" gewürdigt, "nicht zu vergessen die hohe Kunst der Improvisation". Davon hat sie bei dem von ihrem Schüler Günther Kaunzinger vermittelten Konzert in Seligenstadt am 18. Mai 1999 eine eindrucksvolle Probe geliefert, mit der Improvisation über das gegebene Thema des Seligenstädter Wallfahrtsliedes "O engelreines Paar" und "Veni Sanctus Spiritus". Groß ist die Zahl ihrer später berühmt gewordenen Schüler, von denen außer Günther Kaunzinger noch Edgar Krapp, Daniel Roth und Thierry Mechler zu nennen sind, die auf der Wilbrandorgel der Einhardbasilika gastiert haben.

 

In seinem Nachruf in der FAZ hat Gerhard Rohde angemerkt, dass Marie-Claire Alain häufig nach Deutschland gekommen ist, "bevorzugt zu Orgelfesten in kleineren Orten, in denen sich wertvolle Instrumente befinden – in Lorch, Bad Homburg, Seligenstadt".

 

 

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